Anrufen Anfrage stellen

Kosten · 7 Minuten Lesezeit

Warum der Aushub teurer wird als geplant: Bodenklassen in Klartext

Der Bagger ist selten das Problem. Teuer wird, was danach mit dem Boden passiert – und wie hart er beim Lösen war.

Wenn zwei Angebote für dieselbe Baugrube um 15.000 Euro auseinanderliegen, hat das fast nie mit der Marge zu tun. Es liegt daran, dass der eine Bieter die Entsorgung mitgerechnet hat und der andere nicht.

Zwei Fragen entscheiden über den Preis

Erstens: Wie schwer ist der Boden zu lösen? Sand und Kies gehen schnell, bindiger Lehm klebt an der Schaufel und braucht mehr Zeit, Fels muss gerissen oder gemeißelt werden. Der Unterschied zwischen leicht lösbarem Boden und Fels kann beim Stundensatz der Maschine den Faktor drei ausmachen.

Zweitens: Wohin damit? Das ist der größere Hebel. Unbelasteter Boden, der auf dem Grundstück bleibt oder auf einer nahen Baustelle eingebaut wird, kostet fast nichts außer dem Umsetzen. Belasteter Boden, der auf eine Deponie muss, kostet je nach Einstufung ein Vielfaches – und die Deponiegebühren sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Deshalb steht bei uns die Entsorgung immer als eigene Position im Angebot. Nicht, weil das üblich wäre, sondern weil sonst niemand vergleichen kann.

Bodenklassen: die alten und die neuen

Viele Bauherren kennen noch die Bodenklassen 1 bis 7 aus der alten DIN 18300. Seit der Überarbeitung 2016 wird stattdessen nach Homogenbereichen ausgeschrieben: Der Planer beschreibt den Boden anhand messbarer Eigenschaften – Korngrößenverteilung, Konsistenz, Wassergehalt, Dichte – und fasst Bereiche mit ähnlichem Verhalten zusammen.

Für Sie als Bauherr ändert das wenig. Praktisch bleibt die Frage dieselbe: Wie leicht lässt sich der Boden lösen, und was passiert mit ihm.

Was sich geändert hat, ist die Verantwortung. Der Auftraggeber muss den Boden beschreiben. Fehlt diese Beschreibung, trägt er auch das Risiko – und genau daraus entstehen die Nachträge, über die später gestritten wird.

Das Gutachten, das sich fast immer rechnet

Ein Baugrundgutachten kostet im Einfamilienhausbereich meist 900 bis 1.800 Euro. Es ist damit regelmäßig die günstigste Position des gesamten Bauvorhabens – und die einzige, die drei Fragen auf einmal klärt:

  • Wie tragfähig ist der Boden? Davon hängt ab, ob eine einfache Bodenplatte reicht oder ob ein Bodenaustausch nötig wird.
  • Wo steht das Grundwasser? In der Rheinaue ist das die Frage, an der sich entscheidet, ob ein Keller eine weiße Wanne braucht.
  • Wie durchlässig ist der Boden? Ohne diesen Wert lässt sich keine Versickerung planen und keine wasserrechtliche Erlaubnis beantragen.

Wer darauf verzichtet, spart 1.500 Euro und riskiert einen Nachtrag über 20.000.

Was ein Kubikmeter Aushub kostet

Als grobe Einordnung für den Raum Koblenz: Aushub inklusive Abtransport bewegt sich meist zwischen 18 und 45 Euro pro Kubikmeter. Die Spanne kommt fast vollständig aus der Entsorgung.

Rechnen Sie zusätzlich damit, dass ausgehobener Boden auflockert. Ein Kubikmeter gewachsener Boden ergibt auf dem Lkw etwa 1,2 bis 1,4 Kubikmeter. Wer die Menge nach Grubenmaß kalkuliert und nach Ladevolumen bezahlt, wundert sich über die Rechnung.

Was Sie tun können, um zu sparen

  • Boden vor Ort halten. Wenn er unbelastet ist und später zur Geländemodellierung gebraucht wird, sparen Sie Transport und Deponie doppelt.
  • Getrennt halten. Oberboden ist ein Wertstoff, kein Abfall. Wer ihn mit Unterboden vermischt, macht aus zwei brauchbaren Fraktionen eine unbrauchbare.
  • Früh untersuchen lassen. Eine Deklarationsanalyse kostet wenige hundert Euro und entscheidet über fünfstellige Entsorgungskosten.
  • Zufahrt klären. Wenn kein Vierachser auf das Grundstück kommt, muss mit kleineren Fahrzeugen umgeladen werden. Das verdoppelt schnell die Transportkosten.

Wir sagen beim Ortstermin, welche dieser Punkte bei Ihnen Geld bewegen. Manchmal ist es keiner davon – dann sagen wir das auch.

Nächster Schritt

Erzählen Sie uns von Ihrem Vorhaben

Ein Ortstermin kostet Sie nichts und uns eine Stunde. Danach wissen Sie, was machbar ist, was es ungefähr kostet und wann wir anfangen können.

  • Ortstermin innerhalb von 10 Werktagen
  • Angebot als Leistungsverzeichnis, Position für Position
  • Feste Bauleitung, ein Ansprechpartner bis zur Abnahme
  • Eigene Kolonnen und eigener Gerätepark